Der Prophet Micha

Die Botschaft des Propheten Micha

Aus Vers 1,1 ersehen wir, dass der Prophet Micha aus Juda stammte und dass er ein Zeitgenosse des Propheten Jesaja war, der schon seit 17 oder 18 Jahren wirkte, als Micha auftrat. Obwohl er von Lande kam, richteten sich seine Weissagungen in erster Linie an die Städte. Sein Name bedeutet „Wer ist wie Jahwe?“ und zeigt seinen Charakter an. Gott war Michas ein und alles. Er hatte ein erhabenes Verständnis der Heiligkeit, der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Gottes. Er schließt sein Buch mit dem Ausruf ab: „Wo ist solch ein Gott, wie du bist?“, wobei er das ernst meinte, was er uns hier zu verstehen gibt. Nach seinen Schriften zu urteilen war Micha ein Mann mit einer wunderbaren Vollmacht, mit einem ruhigen, nüchternen Urteil, zartbesaitet, doch treu. In allem gab er Gott die Ehre (Vers 3,8).

Bemerkenswertes

Das Buch ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Der Stil ist beglückend, voll poetischer Schönheit und darum auch das Lieblingsbuch derer, die gern die Kleinen Propheten zum Inhalt ihres Studiums machen. Es enthält eine erstaunliche Weissagung über Jerusalem (3,12), sowie über die zukünftige Herrlichkeit Jerusalems (Kapitel 4). Hier wird prophetisch der Geburtsort des Heilandes genannt, nämlich Bethlehem Efrata (Vers 5,1). Und das Buch enthält eine der erhabensten und leidenschaftlichsten Erklärungen geistlicher Frömmigkeit, die im Alten Testament enthalten sind (Kapitel 6, 6-8). Als Krönung haben wir in 7,18-19 nach Dr. Pierson „ein kleines, zwölfzeiliges Gedicht auf Hebräisch…eines der köstlichsten im ganzen Alten Testament, das schon allein ausreichen würde, um zu beweisen, dass diese Bibel Gottes Wort ist, denn es gibt in der gesamten Weltliteratur nichts Vergleichbares.“

Zitate

Jeder Schriftsteller ist stolz, wenn in gedruckter Form oder bei einer öffentlichen Rede aus seinen Werken zitiert wird. Aus Michas Buch wurde bei drei bemerkenswerten Gelegenheiten zitiert. 1. Die Ältesten des Landes zitieren Micha, um Jeremias Leben zu retten (Jeremia 26,18; Micha 3,12). 2. Micha wurde zitiert, als die Weisen aus dem Morgenland in Jerusalem ankamen (Matthäus 2,5-6; Micha 5,1). 3. Jesus zitiert aus dem Buch Micha, als er seine zwölf Jünger aussandte (Matthäus 10,35-36; Micha 7,6).

Analyse

Manche Ausleger vertraten die Meinung, das Buch enthalte drei Ansprachen, die mit dem Wort „Höret“ beginnen. Diese Ansicht wird jedoch dadurch widerlegt, dass dieses Wort nicht drei sondern fünf Mal vorkommt. Wie Jesaja hat auch Micha zwei Hauptabschnitte, bestehend aus Drohworten (Kapitel 1-3) und Trostworten (Kapitel 4-7). Micha und Jesaja sind sich auch sonst auffallend ähnlich. Einige Ausleger halten Micha für eine Zusammenfassung der Weissagungen Jesajas. Aber es ist ein eigenständiges Werk.
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