Der Prophet Habakuk

Die Botschaft des Propheten Habakuk


Als Literatur betrachtet, nimmt dieses Buch wegen seiner literarischen Schönheit eine vorrangige Stellung in der Bibel ein. Wie Habakuk die Selbstoffenbarung und die Majestät von Gott in Kapitel 3 beschreibt, ragt besonders hervor. Das ganze Buch ist in einem stark lyrischen Stil verfasst, der strukturmäßig eher an die Psalmen als an die anderen prophetischen Bücher erinnert.

Wer war Habakuk?

Was er über sich selbst sagt, erklärt, warum seine Schrift den Psalmen ähnelt. Er war nicht nur Prophet (Vers 1,1), sondern auch einer der levitischen Sänger im Tempel (3,19). Darüber hinaus ist nichts über diesen Propheten bekannt.
Nach Vers 1,5-6 zu urteilen, wo vom chaldäischen Einfall als von einem zukünftigen, aber bevorstehenden Ereignis die Rede ist, muss er in der letzten Hälfte der Herrschaft des Königs Joas gelebt und gewirkt haben (siehe 2.Könige 22,18-20). Der Überfall der Chaldäer fand fünf Jahre später statt.

Großvater der Reformation

Habakuk ist in der Tat der Großvater der Reformation. Der Apostel Paulus lernte die große Lehre der Rechtfertigung durch den Glauben von Habakuk, und Luther lernte sie von Paulus kennen.
Man muss folgern, dass dieses Buch zur Lieblingslektüre des Paulus gehört haben muss. Denn er zitiert aus Habakuk 1,5 bei seiner Warnung, die er den ungläubigen Juden in Antiochien zukommen lässt (Apostelgeschichte 13,41), und bezieht sich insgesamt dreimal auf Habakuk 2,4 (Römer 1,17; Galater 3,11; Hebräer 10,38), nämlich mit dem wichtigen Vers „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“. Wobei die Verfasserschaft des Hebräerbriefes nicht gesichert Paulus zugeordnet werden kann.

Das Buch Habakuk ist insofern einzigartig, weil zwei Drittel aus einem Gespräch zwischen dem Propheten und seinem Herrn bestehen. Habakuk hat man nicht nur den „Propheten des Glaubens“ genannt. Er konnte seinen Glauben an einen guten und gerechten Gott mit den Umständen des Lebens, wie er sie wahrnahm, nicht vereinbaren. Er machte sich Sorgen über das „Warum?“
Bei allen Rätseln, bei aller Verwirrung blieb er seinem Namen treu (Habakuk bedeutet „Umarmen“, „sich an jemanden klammern“) und klammerte sich an Gott; er schüttete seine Schwierigkeiten im Gebet vor ihm aus und wartete geduldig (2,1) auf die göttliche Erklärung.


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