Jesaja 63 (5)

Gottes Gericht über die Völker


Verse 15-19: „Blicke vom Himmel herab und sieh von der Wohnstätte deiner Heiligkeit und deiner Majestät! Wo sind dein Eifer und deine Machttaten? Die Regung deines Innern und deine Erbarmungen halten sich zurück mir gegenüber. 16 Denn du bist unser Vater. Denn Abraham weiß nichts von uns, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater, unser Erlöser von alters her, <das ist> dein Name. 17 Warum, HERR, lässt du uns von deinen Wegen abirren, verhärtest unser Herz, dass wir dich nicht fürchten? Kehre zurück deiner Knechte, der Stämme deines Erbteils wegen! 18 Für eine kleine Zeit haben sie dein heiliges Volk vertrieben, unsere Gegner haben dein Heiligtum zertreten. 19 Wir sind <wie solche> geworden, über die du von alters her nicht geherrscht hast, über denen dein Name nicht ausgerufen ist. Ach, dass du den Himmel zerrissest, herabstiegest, <so dass> vor deinem Angesicht die Berge erbeben.“

Klage und Hoffnung drücken sich in diesen Versen gleichermaßen aus. Es ist höchst bemerkenswert, dass Gott hier als Vater angesprochen wird, und das gleich zwei Mal. Es gibt im Alten Testament gerade ein Hand voll Verse, in denen solches vorkommt. Sicherlich ist hier noch nicht der „Abba“ des Neuen Testamentes gemeint in „Abba, lieber Vater“ (Römer 8,15). Vater ist hier in erster Linie der Vater Israels. Aber im selben Atemzug wird dieser Vater auch als der Erlöser bezeichnet. Wer könnte hier nicht sofort an Jesus Christus denken?

Es sind weder Abraham noch Jakob (Israel), auf die sich die Gläubigen berufen können. Genauso wenig sind es irgendwelche Schutzheiligen oder Maria oder andere Personen, die an Stelle von Jesus einen Zugang zu Gott ermöglichen können. Das ist unmöglich, denn es gibt nur einen Gott und nur einen Weg zu ihm: Jesus. Auch wenn dieser zu dieser Zeit des Alten Testamentes noch nicht als Mensch aufgetreten ist, so ist die Schau Jesajas dennoch auch auf ihn gemünzt. Das „Kehre zurück“ aus Vers 17 drückt die Hoffnung aus, dass Gott wiederkommt. Und er wird in Jesus wiederkommen, das ist auch heute noch die Hoffnung der ganzen Gemeinde Gottes. Wir leben hin auf diesen Zeitpunkt der Erlösung, allein das ist die Hoffnung, die wir in diesen verirrten Tagen haben. In Vers 19 wird es adventlich, erst folgt die ehrliche Selbsteinschätzung und dann der Wunsch nach der Wiederkunft des Herrn.



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