Bibelmarathon - Vorwort (4)
Gedanken zum Matthäusevangelium
Und doch kehre ich immer und immer wieder gerne zu „meinem“ Matthäus-Evangelium zurück, fast so, als wenn es meine erste große Liebe gewesen wäre.
Es wird darum nicht verwundern, dass ich es für meine wichtigste Aufgabe im Leben erachte, Menschen das Wort Gottes, die Bibel, nahe zu bringen, was ich nun bereits seit über dreißig Jahren mit ungebrochener Begeisterung tue. Es wird angesichts dieser Begeisterung auch nicht verwundern, dass mir irgendwann plötzlich die Idee kam, einen Teil der Bibel einmal über eine lange Zeitspanne täglich und fortlaufend für andere Menschen auszulegen. „Bibelmarathon“ war der Begriff, der mir zuerst zu dieser Reihe von Bibelabenden einfiel, deren Inhalt hier nun in schriftlicher Form vorliegt. Nach allem bisher gesagten wird es schließlich auch nicht verwundern, dass ich mir für diesen Zweck „mein“ Matthäus-Evangelium ausgesucht habe. Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch einmal angefügt, dass es mir nicht um eine gelehrte, alle Aspekte des Matthäus-Evangeliums abdeckende Exegese geht, sondern um eine möglichst allgemein verständliche Darbietung von Gedanken, die sich aus der Beschäftigung mit dem Text ergeben. Ich möchte Vertrauen in das Wort Gottes stärken und Neugierde wecken, dieses Wort bewusst in alle Lebenslagen einzubeziehen.
Da ich bis heute die kraftvolle Sprache in der Übersetzung der Bibel durch Martin Luther für unübertroffen halte, greife ich gerne und bewusst immer wieder auf diese Übersetzung zurück. Auch, denke ich, ist es nicht zu verachten, wichtige Passagen der Bibel in einer einheitlichen Sprache zu kennen, die allen Bibellesern vertraut ist. Das reichhaltige Angebot an Übersetzungen bringt es in unserer Zeit mit sich, dass jeder Bibelleser eine Bibel entdecken kann, die seinem Sprachgefühl am meisten entspricht. Trotzdem möchte ich dafür werben, gleichzeitig an einer Übersetzung, gewissermaßen als gemeinsamer „Lingua Franca“ der Christen eines Sprachraumes festzuhalten, und dazu ist nun einmal Luther, so meine ich, am allerbesten geeignet. Schließlich gibt es Situationen und Notlagen, in denen es für einen Christen von größter Bedeutung sein kann, mit anderen gemeinsam Psalmen und Schriftworte auswendig zu beten. Gut, wenn es dann einen Text gibt, den man gemeinsam auswendig beten kann. Somit ist es für den Leser nachvollziehbar, dass diese Auslegung den Luthertext zugrunde legt.
Der eigenwillige Titel „Tu Es“ ergibt sich aus der immer wieder mit großer Leidenschaft von Jesus in diesem Evangelium vorgebrachten Aufforderung, nicht nur zu glauben, sondern entsprechend zu handeln. Ich halte gerade diesen Aspekt für die heutige Zeit für eminent wichtig. Das soll bereits im Titel deutlich werden.
Das Titelbild zeigt ein reifes Getreidefeld in Hessen, meiner Heimat.
Johannes Weider
Berlin, im April 2008
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