Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 7 (5)
Klare Prinzipien - Kluge Entscheidungen
1. Das Bitten. Es ist das Naheliegendste und Einfachste. Auch wenn Gott längst weiß, was wir brauchen, freut er sich über unser Gespräch mit ihm und wartet auf unsere Anfrage. Es ist für eine Beziehung normal, einerseits zu wissen, was der Andere braucht und andererseits trotzdem zu warten, bis er seinen Bedarf als Bitte formuliert. Darum kann Jakobus feststellen: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet!“ (Jak.4,2). Es verläuft ein schmaler Grat zwischen der glaubensvoll und erwartungsvoll vorgetragenen Bitte und jener „Nötigung Gottes“, über die wir bereits nachdachten.
2. Das Suchen. Gott mutet uns zu, uns nach Lösungswegen umzusehen. Suchen macht keinen Spaß, aber es schärft die Sinne. Viele Lösungen liegen in unserem eigenen Möglichkeitsbereich und weil Gott uns als intelligente, eigenständige Persönlichkeiten geschaffen hat, gilt auch: Was wir selbst tun können, tut Gott nicht. Er hat uns viele Werkzeuge und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, Herausforderungen anzunehmen, Probleme zu bewältigen und nach geeigneten Maßnahmen zu suchen. Bei Christen geschieht alles Suchen darüber hinaus immer in innerer Rückbindung zu Gott. Auch auf der Suche nach praktischen Lösungen hilft eine geistliche Grundhaltung.
3. Das Anklopfen. Hier geht es um verschlossene Türen. Es gibt Bereiche, zu denen Gott uns nicht ohne weiteres Zugang gewährt. Dem Anklopfen an einer Tür folgt ein Dialog beim Öffnen. Es findet eine Auswahl statt, wem Zugang erteilt wird und wem nicht. Für so manche Frage unseres Lebens liegt die Antwort hinter dieser Tür, die zu öffnen sich Jesus vorbehalten hat: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen…“ (Offb.3,8). Ähnlich wie beim Suchen mag hier auch das Warten eine Rolle spielen und die Aufwendung von Geduld nötig sein. In allem wird deutlich: Gott ist bereit, uns zu antworten, zu begegnen, mit uns zu kommunizieren.
9 Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? 10 oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? 11 Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Diese Bereitschaft Gottes zur Unterstützung wird hier noch einmal unterstrichen. Das Misstrauen, das der Mensch gegen Gott hegt, ist unangebracht. Da ist es schon eher angebracht, dass der Mensch aufgrund seiner sittlich-moralischen Schieflage sich selbst misstraut. Gott folgt in dem, was er uns zumutet und zuteilt weitgehend sogar unseren Bedürfnissen. In den Psalmen heißt es: „Habe deine Lust am Herrn, er wird dir geben, was dein Herz wünscht!“ (Ps.37,4).
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