Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 7 (4)
Klare Prinzipien - Kluge Entscheidungen
6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.
Die Vermischung von Heiligem und Profanem ist heute allgegenwärtig. Es gibt kaum eine Branche, die in ihrer Werbung noch ohne religiöse Symbole auskommt. Auch unter Christen herrscht manchmal Unklarheit darüber, an welchen Stellen Heiliges, auf das Bekenntnis Gottes Bezogenes, in den säkularen Bereich gehört und wo nicht. Auch werden säkulare Stilelemente und Methoden m. E. oft gedankenlos für die Kommunikation des Evangeliums eingesetzt. Hier ruft Jesus zur Behutsamkeit auf. Der Umgang mit heiligen Dingen und Worten passt nicht überall hin.
Der größte Missbrauch des Heiligen liegt m. E. aber darin, wenn Christen das nicht leben, was sie glauben. Nach diesem Wort Jesu ist es schlicht nicht möglich, einerseits ein Leben der Jesusnachfolge zu führen und andererseits zu leben „wie die Axt im Wald“, also als ätzender Kritikaster, Lügenbold, Dieb oder Betrüger, Hurer, Verführer, Rechthaber, Verleumder, Mörder, Geizhals, gieriger Geier und so weiter. Wer sich den Schein eines frommen Lebens zulegt, aber nicht ernsthaft bemüht ist zu leben, was er glaubt, und zu halten, was er verspricht, der gibt nicht nur sich selbst, sondern auch Jesus und sein Evangelium der Lächerlichkeit, der Verachtung und der Verspottung preis.
Noch einmal: es geht dabei nicht um Perfektion, um Hundertprozentigkeit. Das wissen auch die Menschen, die noch keine Christen sind, uns aber genau beobachten. Es geht um die Authentizität unserer Nachfolge. Ich habe den Eindruck, dass wir vor lauter Angst, als gesetzlich oder engstirnig verschrien zu werden, die Grenzen der ethischen Möglichkeiten für Christen so weit gedehnt haben, dass das, was wir leben, längst nicht mehr glaubwürdig wirkt.
7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 8 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Jesus ist sich bewusst, dass der Mensch in sich selbst nicht die Kraft findet, dieses Leben völliger Selbstkontrolle und Gottergebenheit beständig zu führen. Gott muss ihn darum zunächst mit all dem ausstatten, was er nachher von ihm fordert. Das tut der Vater im Himmel gerne, allerdings nicht automatisch. Drei Möglichkeiten hat der Mensch, um von Gott das zu erlangen, was nötig ist:
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