Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 7 (3)

Klare Prinzipien - Kluge Entscheidungen


Es ist ja eine Binsenweisheit, die hier niedergelegt ist, dass man nach den selbst angelegten Maßstäben auch von den anderen gerichtet wird. „Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es heraus“, sagt das Sprichwort. Aber ich möchte doch eigentlich geliebt werden, anerkannt werden, angenommen sein. Das gilt für jeden Menschen. Darum ist das schnelle, vernichtende Urteil, ohne einen Menschen wirklich zu kennen, eigentlich ein Tabu, denn es schmälert meine Lebensqualität, genauso wie die des Verurteilten.



3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.

Diese Verse sind eine Nahaufnahme von dem zuvor Gesagten. Jesus beobachtet, wie spitzfindig und empfindlich sich die Menschen gegenseitig belauern. Der kleinste Anlass, der kleinste Fauxpas und schon geht die Urteilsgranate hoch. Drei Dinge fallen bei mir selbst auf, wenn ich über meine Kritik an Anderen nachdenke:
1. Ich kritisiere meist solche Fehler an anderen, die ich eigentlich zur Genüge auch an mir selbst feststelle.
2. Meine Kritiksucht ist am stärksten ausgeprägt, wenn ich mit mir selbst am wenigsten zufrieden bin.
3. Mein Urteil ergießt sich über Dinge, die verglichen mit eigenen Schattenseiten, eher Bagatellen darstellen.

Wem es ähnlich ergeht und wer den Mut hat, sich das bewusst zu machen, der wird gnädiger und vorsichtiger urteilen und gelassener mit den Schwächen anderer umgehen. Jesus ermutigt uns, immer wieder sehr kritisch auf uns selbst zu schauen. Dabei soll es beim Schauen nicht bleiben, sondern Jesus macht uns Mut, ein richtiges Programm zur Verbesserung des eigenen Selbst zu entwickeln. Bleiben wir bei dem Bild vom Balken im Auge. Wenn so etwas wirklich passieren würde, dann würde ein Heer von Ärzten, Neurologen, Chirurgen, Anästhesisten, Augenärzten, Schönheitschirurgen etc. aufgeboten, um das Problem zu beseitigen. Wenn wir uns also daran machen, uns selbst ehrlich zu betrachten und an den Problemen zu arbeiten, haben wir uns echt etwas vorgenommen. Packen wir es an. „Besser spät, als nie!“



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