Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 7 (2)
Klare Prinzipien - Kluge Entscheidungen
25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß. 28 Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre; 29 denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Die Faszination der Bergpredigt liegt in ihrer schnörkellosen Klarheit. Wer für sein Leben so klare Prinzipien als Entscheidungsgrundlage hat, der kann auch kluge Entscheidungen treffen. Dabei heißt klug ja nicht immer: einfach. Im Gegenteil. Ich glaube, dass kluge Entscheidungen oft höhere Anforderungen an uns stellen. Wir haben uns heute daran gewöhnt, vor allem pragmatisch zu entscheiden, und pragmatisch meint in der Regel: den Weg des geringsten Widerstandes. Der Weg des geringsten Widerstandes führt aber, wenn er als einzige Alternative gesehen wird, unwillkürlich in die Oberflächlichkeit, in die Lauheit und schließlich auch in die Mittelmäßigkeit. Jesus hingegen fordert dazu heraus, neue, durchaus auch schwierige, mitunter auch einsame Wege zu beschreiten, um sich dadurch auch die Fülle des Lebens zu eröffnen. Im Bild gesprochen: wer immer nur auf der überfüllten Autobahn unterwegs ist, auf der fast alle fahren, wird nie erleben, was für eine faszinierende Schönheit ein einsamer Bergpfad bieten kann.
Eine der ganz großen Herausforderungen stellt Jesus an unser Menschenbild. Dieses Menschenbild wird von Sympathie und Antipathie geprägt und entsprechend schnell steht das Urteil. Dabei spielt das Äußere eine große Rolle. Menschen urteilen oft bereits nach dem allerersten Eindruck. Darum bläut man Geschäftsleuten ein: “There is no second chance for a first impression.” Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Das mag stimmen und doch verhindert der schnelle Schluss, den man daraus zieht, dass man einen Menschen in seiner Gesamtheit, als Persönlichkeit überhaupt wirklich kennen lernen und wahrnehmen kann. Nochmals sei an die indianische Weisheit erinnert, dass man bevor man einen anderen beurteilt, zunächst 14 Tage „in seinen Mokassins gelaufen“ sein soll. Das schnelle Urteil über Menschen verbaut uns die Chance, Kostbares an ihnen zu entdecken und Wichtiges zu lernen. Wenn ich mir das bewusst mache, werde ich erkennen, dass es überhaupt keinen Menschen auf der Welt gibt, von dem ich nicht noch etwas lernen könnte.
[ vorherige Seite ] [ nächste Seite ] [ Inhaltsverzeichnis ]