Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 6 (9)

Lass sehen - Wohin soll's gehen?


27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Wer nicht einmal in der Lage ist, die Grundfarbe seiner Haare zu bestimmen, oder gar über den Haarausfall zu herrschen, der macht deutlich, wie abhängig er in Wirklichkeit ist. Täglich erleben wir es neu. Da bestimmen Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Kommissionen, Gerichtshöfe, Parlamente, Krankenkassen, Ärzteverbände, Banken und Börsen über unser Leben. Das vermittelt uns schnell ein Gefühl von ausgeliefert sein.

Jesus lässt uns jedoch erkennen: über sie alle regiert der Herr, ob sie es wissen und wollen oder nicht. Die ultimative Abhängigkeit des Menschen besteht allein Gott gegenüber. Darum lädt Jesus leidenschaftlich dazu ein, sich vor allem diesem Gott anzuvertrauen. Wer Gott nicht kennt, lebt in der Angst, Verhältnissen und Kräften schutzlos ausgesetzt zu sein. Das macht Angst. Es ist eine „Heidenangst“. Heiden sind Menschen ohne Glauben an Gott. Christen wissen, dass die Zügel letztendlich fest in Gottes Hand liegen. Wer das glauben kann, geht gelassener durch die Welt.


33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Es ist ein Geheimnis: je mehr wir unsere Kraft, unsere Zeit, unser Geld, unsere Energie und Kreativität in die Ausbreitung des Evangeliums stecken, um so stärker erleben wir, wie sich Zug um Zug auch das findet, was für unser Leben wichtig ist. So habe ich es erlebt. Darum gilt es, den scheinbar übermächtigen Sorgengeistern den Glauben an den himmlischen Vater, der uns gut versorgt, entschlossen entgegen zu setzen.

ENDE Matthäus, Kapitel 6
Weiter mit Kapitel 7

Zurück zum Anfang von Kapitel 6

[ vorherige Seite ]   [ nächste Seite ]   [ Inhaltsverzeichnis ]