Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 5 (9)

Der Hammer - Eine Predigt, die es in sich hat


Sie sind eigentlich überhaupt nicht dazu gemacht, sich gegenseitig zu bekämpfen und zu bekriegen. Sie sollen sich vielmehr gegenseitig zum Wohl Aller ergänzen. Überall, wo sie das tun, im Bauen, in der Musik, in der Kunst, da entsteht Wunderschönes.

Wo Menschen sich bekämpfen, da bleibt nur „verbrannte Erde“ zurück, im Kleinen wie im Großen. Eine Wurzel der Feindschaft ist nur zu oft das sich miteinander Vergleichen. Eine zweite das übereinander Urteilen ohne wirklich alle Zusammenhänge zu kennen. Ein indianisches Sprichwort sagt: „Man soll zuerst vierzehn Tage in den Mokassins eines Anderen laufen, bevor man über ihn urteilt.“ Das kommt der Aufforderung Jesu in diesem Vers hier sehr nahe. Es ist wohl die vornehmste und offensichtlich auch schwierigste Aufgabe für uns Menschen, beständig an einer Atmosphäre der Hochachtung und des Respekts füreinander zu arbeiten. Die permanente Überprüfung dessen, aus welchem Blickwinkel ich Menschen betrachte, hat hohe Priorität in der Nachfolge Jesu.


23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. 25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Jesus ermutigt dazu, den Schritt der Versöhnung nicht dem Zufall zu überlassen. Selbst wenn der Andere mit dem Zwist angefangen hat oder wenn er Groll gegen mich hegt, soll es in meinem Bemühen zuerst um Versöhnung gehen. Unversöhnte Konflikte eskalieren in der Regel. Das Thema der Versöhnung ist heiß unter vielen Menschen und auch unter Christen. Ihm sollte hohe Priorität in der Lehre und Verkündigung eingeräumt werden. Kann es sein, dass wir es aus Angst, aus Bequemlichkeit oder aus Stolz stattdessen eher stiefmütterlich behandeln?

27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2. Mose 20,14): »Du sollst nicht ehebrechen.« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

In keiner anderen menschlichen Beziehung kommt man sich näher, öffnet man sich einem anderen Menschen mehr. Schon nach kürzester Zeit wird aus Ich und Du ein Wir. Man hört, sieht, fühlt und denkt mit den Sinnen des Anderen. Nach keiner anderen Erfahrung haben Menschen mehr Sehnsucht als danach, an einer Stelle, bei einem Menschen, in solch einer Art und Weise sie selbst, ja zu Hause sein zu dürfen. Was für ein Erlebnis: „Hier bin ich angenommen!“.
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