Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 5 (8)

Der Hammer - Eine Predigt, die es in sich hat


15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Das Problem, das Jesus anspricht, ist offensichtlicht nicht das Licht, sondern seine Dämpfung. Das Lichtsein ist demnach auch nicht das Problem für die Jünger Jesu; denn es ist in der Nachfolge Christi automatische Konsequenz. Dieses Licht aber horten zu wollen, zu kanalisieren, es nur bestimmten Räumen zugänglich zu machen, das schadet dem Licht. Es ist das Entscheiden- und Auswählen-Wollen, was mit dem Licht geschieht, was unser Christsein korrumpiert. Es ist das Besitzstandsdenken, mit dem wir Menschen auch geistliche Gaben zu unseren Gunsten zu nutzen versuchen.


17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.

In der Aussage über das Gesetz und die Propheten wird das zuvor Gesagte unterstrichen. Sie scheiterten an dem nationalen Egoismus des Volkes Israel. Anstatt die Welt mit der Offenbarung Gottes, die Israel empfangen hatte, zu segnen, wurde diese bis zur Undurchdringlichkeit abgeschottet. Erst durch Christus wird der Riegel weg geschoben, kann sich die Botschaft des Alten Testamentes zum Segen für die ganze Welt entfalten. Wie oft stehen Gläubige dem Segensfluss Gottes in diese Welt mehr im Weg als sie ihn fördern?


20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
Die Gesetze des Alten Testamentes waren ja schon ein riesiger Fortschritt gegenüber dem Gesetz der Blutrache, das bis dahin im Orient galt. Aber Menschen sollen noch anders miteinander umgehen.

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