Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 5 (7)

Der Hammer - Eine Predigt, die es in sich hat


12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Mancher Schmerz im Leben der Christen wird in dieser Welt gar keine Linderung erfahren, was aber nicht bedeutet, dass sie gar nicht kommt. Ich las von einem Missionar, der sich auf dem Abflug aus dem Land befand, in dem er viele Jahre seines Lebens gewirkt und seine Kräfte gelassen hatte. Auf dem Flughafen erlebte er mit, wie ein zurückkehrender Einheimischer von vielen Freunden stürmisch begrüßt wurde. Wie groß war da seine Enttäuschung, als er in sein Heimatland zurück kam und niemand auf ihn wartete. Er beklagte sich bei Gott darüber: „Ich habe dir viele Jahre treu gedient und doch hat mich keiner zu Hause empfangen. Da tröstete Gott ihn mit den Worten: „Mein Sohn, du bist ja noch gar nicht zu Hause!“ Gott beschenkt uns schon auf dieser Erde reichlich, aber manches muss warten, bis wir in seiner Herrlichkeit ankommen.


13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Salz ist ein einzigartiger Stoff, ohne den in der Welt eigentlich gar nichts wirklich funktionieren würde. Es ist Geschmacksstoff, es ist Konservierungsstoff, es ist Botenstoff im Organismus, es ist Dünger, es hat unendlich viele Funktionen in der Chemie und es kann durch nichts erneuert oder ersetzt werden. Entweder es ist Salz oder es ist unbrauchbar. Christen haben viel mehr Bedeutung in dieser Welt als ihnen bewusst ist. Sie werden von Gott in den verschiedensten Prozessen eingesetzt, ohne das überhaupt wahrzunehmen. Wenn sie aufhören, nahe bei Jesus zu sein, dann verlieren sie ihre Identität und damit ihre Wirkung. Dann, und nur dann, hören sie auf, Salz zu sein. Die Aufgabe heißt also nicht, darüber nachzudenken, was für eine jeweilige Funktion ich als „Salz“ in dieser Welt wohl habe? Sie wird gegeben. Die Frage ist vielmehr, ob ich noch Salz bin.


14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.

Hier ist erneut ein Indikativ: ihr seid! Ein Imperativ - werdet! - ist nicht notwendig. Die Frage heißt also nicht, wie kann ich besser leuchten und wie gut klappt das Leuchten jetzt bereits? Sondern: „Bin ich an Jesus dran? Ist meine Beziehung zu ihm klar?“ Wenn das so ist, dann ist das Leuchten automatische Folge! „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen…“ (Ps.23). Ich halte mich nahe hinter Jesus, dann folgt das Salz- und Lichtsein auf meinen Fuß. Es ist nicht notwendig, dass ich mir dessen ständig bewusst bin. Es ist da. Auch wenn ich nichts davon wahrnehme.

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