Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 5 (3)

Der Hammer - Eine Predigt, die es in sich hat


1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie…

Das Sehen spielt bei Jesus eine große Rolle. Bereits im Alten Testament wird uns von dem heilsamen Gesehenwerden durch Gott berichtet. Es ist dort ausgerechnet die heidnische Magd des Abraham, Hager, der wir eine der schönsten Aussagen über Gott zu verdanken haben: „Du bist der Gott, der mich sieht“ (1.Mose 16,13). Für keinen Augenblick lässt Gott uns aus seinem Blick. Selbst wenn wir uns total verlassen fühlen, entgleiten wir keine Sekunde lang seinen Augen. „Der Hüter Israels schlummert und schläft nicht!“ (Ps.121, 4). Dieses Sehen Jesu, das können wir an allen seinen Wundern beobachten, ist ein sehr aufmerksames, ganzheitliches Hinschauen. Er sieht nicht nur, er nimmt alles wahr, auch das, was hinter der jeweiligen Fassade steckt und das, was im Hintergrund wirkt.

Er positioniert sich so, dass er sehen kann und gesehen wird. Man könnte fast sagen, er macht es sich gemütlich. Das Lehren Jesu ist frei von aller Hektik. Das Nachdenken über das Reich Gottes braucht Zeit. Diese Zeit muss man sich nehmen. Das „Uhr“-Christentum unserer Tage, wenn die Menschen nach 59 Minuten nervös auf den Bänken hin- und herrutschen und bei dem es einem passieren kann, dass nach sechzig Minuten die eingebauten Zeitnehmer an den Armbanduhren sich bemerkbar machen, ist sicher weit von dieser Entspanntheit der Bergpredigt entfernt. Ich bin nicht der Meinung, dass Länge immer für Qualität spricht; aber ich bin der Meinung, dass uns unser modernes, eng bemessenes Zeitmanagement, gerade auch im Bereich des Gottesdienstes, uns um großen Segen bringt. Was kann es denn auf der Welt Wichtigeres geben, als die Beschäftigung mit Gottes Wort, mit Gottes Reich? Wenn wir das ernst nehmen, dann kann ein guter Gottesdienst ruhig länger als eine Stunde dauern.

Jesus sorgt bewusst für die Nähe seiner Jünger um sich herum. Es ist wichtig für einen Prediger, gerade weil er die wichtigste Sache der Welt verkündigt, sich von Freunden und wohlmeinenden Unterstützern umgeben zu wissen. Wo sind die Menschen in der Gemeinde, die während der Predigt wohlwollend und betend innerlich um ihren Verkündiger herum sind?

Die Lehre des Wortes Gottes steht im Zentrum des Geschehens der Bergpredigt. Wir können die Bedeutung von biblischer Lehre und Predigt immer nur unter-, niemals aber überschätzen.

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