Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 5 (11)

Der Hammer - Eine Predigt, die es in sich hat


31 Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Noch einmal greift Jesus das Thema Ehe auf. Er, der Unverheiratete und oftmals so Verständnisvolle, unterstreicht dadurch die herausragende Bedeutung dieser Institution. Keiner gesellschaftlichen Verbindung kommt größere Wichtigkeit zu als Ehe und Familie. Darum steht sie auch auf der teuflischen Zerstörungsagenda ganz oben. Wer die Ehe entthront, zerstört die Gesellschaft und betrügt die Menschen um die kostbarste Erfahrung, die sie je machen können: im Vertrauen zueinander gemeinsam alt werden.

Wenn so viele Ehen heute scheitern, beweist das nicht, dass die Ehe überholt ist, sondern es beweist nur, dass der Mensch in seiner Arroganz und seiner Gier nicht ordentlich damit umzugehen weiß. Wie fast alles, was kostbar ist, ist auch die Ehe sehr zerbrechlich und anfällig. Sie bedarf der allergrößten Sorgfalt. Das fängt ganz vorne an, bevor Ehe überhaupt beginnt. Die beste Vorbereitung für die Ehe ist Geduld: warten auf den oder die Richtige, prüfen „ob sich das Herz zum Herzen findet“, wie es Schiller so schön ausdrückt. Es geht weiter mit der Behutsamkeit beim Beginn des Austausches von Zärtlichkeiten. Keuschheit vor der Ehe, das ist keine Zumutung, sondern eine Voraussetzung dafür, dass auch die Sexualität zu einem ganz besonderen Erlebnis wird.

Hilfreich ist nach wie vor die Verlobung als eine besondere Phase, in der sich zwei Menschen bewusst vor Menschen und vor Gott für einen weiteren gemeinsamen Weg prüfen. Wer dann die Eheschließung ganz bewusst auch unter dem Gesichtspunkt einer Dienstgemeinschaft für Christus vornimmt, gewinnt ein besonders starkes Bindeglied für die Gemeinsamkeit. Die Klärung entscheidender Wertevorstellungen hat im Vorfeld zu geschehen: Rolle des Mannes, Rolle der Frau, Stellung der Kinder, erwünschte Anzahl von Kindern, Erziehungsziele- und stile, Mitarbeit in der Gemeinde, finanzielles Engagement für das Reich Gottes, Stellung der Eltern und Schwiegereltern in der Beziehung usw.. Die gegenseitige Hochachtung bildet die Grundlage der Beziehung, während das Gespräch miteinander als beständige Kommunikationsbasis nie abbrechen darf. Gegenseitige Anerkennung muss immer und immer wieder auch verbalisiert werden. Das dezimiert die Reibungsverluste ganz entscheidend. Schließlich stellt die gegenseitige Vergebung eine unverzichtbare „Hygienemaßnahme“ dar, ohne die keine Beziehung überdauern kann. Ihr ist zu eigen, dass das, was einmal bereinigt und „weggespült“ wurde, nicht erneut auftaucht.


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