Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 3 (5)
Stimme aus der Wüste - Klartext
5 Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und ganz Judäa und alle Länder am Jordan 6 und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.
Die Authentizität des Auftrittes findet Hörbereitschaft bei Menschen aus allen sozialen Schichten und Ständen. Sie kamen um zu hören, was sie unterschwellig eigentlich schon lange wussten: Wir sind nicht, was wir sein müssten! Endlich einer, der die Wahrheit sagt, der sich nicht von Menschengunst oder Ablehnung abhängig macht, der Freiheit des Menschen einmal glaubwürdig lebt: bescheiden, gottergeben und ganz ehrlich. Hungern wir nicht heute gerade nach solchen Figuren? Wir brauchen weder Demagogen noch Komiker, weder Entertainer noch Bezauberer. Wir brauchen Echtheit wie kaum etwas anderes. Eine Feststellung, die nicht nur für die Verkündiger, sondern für alle Christen, ja für alle Menschen gilt.
7 Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! 9 Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
Die Taufe hier, wie später in der Gemeinde, kann immer nur ein äußeres Symbol sein. Wenn mit ihr nicht die innere Veränderung einhergeht, ist sie völlig wirkungslos und sinnlos. An der Ansprache des Johannes an die Schriftgelehrten wird dies ganz deutlich.
10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
Ein unwahrscheinlich prägnantes Bild: Man sieht förmlich den muskulösen, erfahrenen Holzfäller in Position. Die geschärfte Klinge seiner Axt legt er ein letztes Mal sanft auf die Stelle des aus dem Erdreich heraustretenden Wurzelwerkes, die er sogleich mit einem platzierten Hieb krachend durchtrennen wird. Er nimmt Maß.
Johannes bringt den gerichtsmächtigen Messias ins Gespräch. Das Auftreten Christi fordert Scheidung und Entscheidung. In ihm wird der Menschheit noch einmal die werbende, rettende Hand Gottes entgegen gestreckt. Aber damit hat sich die Lage gleichzeitig verschärft. Wie überall, wo ein letzter Aufruf ergeht, verbindet sich damit automatisch auch die Gefahr des Versäumens. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ sagt Gorbatschow. Das ist erschreckend wahr. Wer die Sache mit Jesus auf die leichte Schulter nimmt, sie belächelt, ihr keine ernsthafte Bedeutung beimisst, begeht einen fatalen Fehler für Zeit und Ewigkeit.
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