Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 28 (8)
Wende und Schussfahrt - Jetzt oder nie
Das Taufen steht als Kontinuum. Es hört nie auf. Täglich werden neue Gläubige zu der weltweiten Christusgemeinde hinzustoßen und getauft werden. Die Taufe bildet das äußere Zeichen der Eingliederung in Christus. Es ist eben nicht die Kirche, um die es geht, sondern Christus. Auch wenn man die Kirche als Leib Christi versteht, ist es in der Taufe unverzichtbar, dass sie in den Tod und die Auferstehung des Herrn Christus selbst hineinführt.
Wer nicht Jesus selbst findet, der findet auch keinen Platz in der Gemeinde. Die Taufe ist in ihrer Symbolik der Beleg für den Machtwechsel. In der Untertauchtaufe wird das besonders deutlich: mit Christus gestorben, mit Christus auferstanden. Nicht mehr ich, sondern Christus! Nicht mehr mein Wille, sondern Gottes Wille! Das ist es, worum es in der Taufe geht.
Die Lehre wird zur beständigen Beschäftigung der Jünger, und zwar mit dem Kopf und dem ganzen Körper. Zum „Hören und Lernen“ muss das „Halten“ kommen. Das Halten steht hier für das Tun, das uns durch das gesamte Evangelium begleitete: „Was nennt ihr mich Herr, Herr und tut nicht, was ich euch sage?“
Das Wort „befohlen“ steht nicht für militärischen Drill und Gehorsam, wohl aber dafür, dass das Wort des Herrn niemals beliebig ist. Wer ein Jünger geworden ist, kann nicht mehr so tun, als ob manche Teile des Evangeliums für ihn relevant seien und andere nicht; nach dem Motto: was gerade nicht so passt, kann ruhig vernachlässigt werden.
Da wir Menschen unsere Unzulänglichkeit kennen, mag uns Unsicherheit beschleichen: Wie soll das zu schaffen sein? Jesus hilft weiter, mit dem Hinweis auf das, was das Evangelium von allen Religionen unterscheidet: „Ich bin bei euch!“ Es geht in seiner Nachfolge um eine Beziehung, nicht um ein System. Diese Beziehung ist möglich, weil Jesus täglich neu im Leben seiner Jünger präsent und erfahrbar ist. Von früh bis spät, 24 Stunden lang. Darauf hin lässt es sich wagen, den Missionsbefehl anzunehmen. Das überzeugte auch die verzagten Jünger. Das überzeugt bis zu dieser Stunde.
ENDE Matthäus, Kapitel 28 und damit Ende des Matthäus-Evangeliums
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