Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 28 (7)
Wende und Schussfahrt - Jetzt oder nie
Noch tadelt er sie wegen der schwachen Vorstellung in Jerusalem. Er sieht ihren erbärmlichen Zustand. Er könnte natürlich versuchen, sie aufzumuntern, in dem er ihnen eine kleine Extra-Darbietung seiner Macht vorführen würde. Aber das tut er nicht. Kein Feuerwerk, kein Erdbeben, kein Lichtblitz. Jesus war nie ein Showman.
Jesus tut, was er immer in solchen Situationen tut. Er redet zu seinen Jüngern. Unaufgeregt sagt er zu ihnen: „Mir ist gegeben alle Gewalt“. Jesus gibt keinen Beweis dafür. Seine Zusage muss ausreichen. Wenn sein Wort jetzt nicht ausreicht, wo er vor ihnen steht, dann wird es erst recht nicht mehr ausreichen, wenn sie alleine mit der Ausbreitung des Evangeliums zurecht kommen müssen. Er vergewissert sie mündlich seiner Vollmacht, von ihrer Vollmacht ist nicht die Rede. Die Vollmacht, die Jesus seinen Jüngern gibt, ist und bleibt immer die seine. Das sollte nie vergessen werden. Das ist alles. Mehr tut Jesus nicht, um die Zweifler aufzumuntern. Dann folgt der gigantischste Auftrag, der jemals einer „Elf“ übertragen wurde.
19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Hier ist jedes einzelne Wort bedeutsam: „Gehet“. Interessanterweise steht das im Grundtext im Perfekt: „hingegangen“. Jesus sieht die Jünger bereits im Vollzug seines Auftrages. Sind wir schon unterwegs? Das Reich Gottes braucht Menschen in Bewegung, weil das Reich Gottes selbst eine Bewegung ist. Bewegen kann nur ein Bewegter. Was bewegt uns? Was treibt uns an?
„Machet zu Jüngern!“ Das Wort Jünger bedeutet Schüler. Wo immer das Wort Gottes auftaucht, macht es die Zuhörer zu Schülern. Das Wort Gottes ist nicht Diskussionsgegenstand. Es ist nicht Philosophie, die man bis in die letzte Falte durchdenken und ergründen könnte, es ist nicht Befehl, dem blinder Gehorsam folgt. Nein, das Wort Gottes macht Menschen zu Schülern, es regt das Gehirn an und weitet den Horizont, weil die Gedanken Gottes so viel mehr sind als der Sand am Meer.
Aus dem Hören wird sich unter den Völkern Scheidung und Entscheidung ergeben. Aus dem „Machet zu Jüngern alle Völker“ darf nicht geschlossen werden, dass einst alle Menschen auf Erden an Christus glauben werden; vielmehr aber wird es in allen Nationen solche geben, die die Botschaft des Evangeliums annehmen und Jesus nachfolgen werden.
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