Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 28 (5)
Wende und Schussfahrt - Jetzt oder nie
Anders als der Engel aber, fordert Jesus die Frauen nicht nur dazu auf, den Jüngern Bescheid zu sagen, nein, sie sollen seine Auferstehung verkündigen. Die Botschaft von der Auferstehung kann man nicht einfach kommunizieren wie einen Wetterbericht. Sie ist eine Proklamation.
Die Freude braucht oft die Geduld zur Weggefährtin. Zu schnell könnte sich sonst der Leichtsinn einschleichen. Unbedachtsamkeit wäre aber zu diesem Zeitpunkt absolut tödlich.
Herrmann von Bezzel hat es in einem Gedicht einmal meisterlich so formuliert:
„Mitten aus der Freude wunderbarem Glück,
muss ich zu dir Jesus, einen Augenblick.
Nur, um dir zu danken, dass du sie mir gibst,
halt sie auch in Schranken, so wie du sie liebst.“
Derjenige ist ein wahrer Genießer, der sich seine Freude einzuteilen weiß.
11 Als sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
Der Böse schläft nie. Seine Boten laufen genauso schnell wie die Frauen und berichten fassungslos und noch bleich vor Schrecken, was geschah. Was den einen Grund zum Jubel ist, führt bei den anderen zur Einberufung des Krisenstabs. Die Auferstehung ist für die selbst ernannten Mittler zwischen Gott und Menschen der „Supergau“ und keiner konnte ihn verhindern.
12 Und sie kamen mit den Ältesten zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel Geld 13 und sprachen: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
Das kann heikel werden: Soldaten, die ihre Dienstpflicht verletzten? Das führt zu drakonischen Strafen! Jemanden bereit zu machen, diese bewusst auf sich zu nehmen, kann nur Geld. Für Geld sind Menschen bereit, unglaubliche Dinge zu tun, zu opfern, zu beschwören oder über sich ergehen zu lassen. Diese Bestechung war richtig teuer, wie das Wort „viel“ im Text beweist.
14 Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr sicher seid.
Was für eine Dienstpflichtverletzung seitens des Befehlsführenden! Das Wachbataillon bestand schließlich aus gut geschulten Soldaten, die einer Eliteeinheit angehörten, gerade weil Palästina für Rom ein schwieriges Pflaster war. Bei diesem Weichei von einem Statthalter überrascht nichts mehr.
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