Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 28 (4)

Wende und Schussfahrt - Jetzt oder nie


Schwung ist es, was die Botschaft des Evangeliums braucht, wenn sie die ganze Welt erreichen soll.

Jerusalem ist nicht der Ort, wo die Begegnung zwischen dem Herrn und seinen Jüngern stattfinden kann. Zu viele Spitzel, zu viele Feinde, zu enge Mauern. Die neue Botschaft braucht Weite, braucht Freiheit. „Neuer Wein muss in neue Schläuche!“ (Mt. 9) hatte Jesus gelehrt. Auf nach Galiläa! Dort, wo so viel Tolles durch Jesus geschah, wo seine Jünger zu Hause sind, wo der Weg des Evangeliums begann, dort ist auch das Sprungbrett, um die Botschaft in alle Welt zu tragen.
Noch einmal bekräftigt der Engel für die Frauen, dass er es war, der das alles zu ihnen sagte. Offensichtlich ist die Gefahr zu groß, dass sie denken könnten, sie hätten geträumt.


8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

Das Wort „eilends“ gibt kaum die Energiegeladenheit wieder, die in dieser Szene steckt. Schnell, wenn es nicht so despektierlich wäre, könnte man sagen: „geölten Blitzen gleich, jagten sie vom Grab“, mit purer Widersprüchlichkeit in ihren Herzen. Angst, Freude und einen unbändigen Drang, die anderen zu treffen, treiben sie an. Kennen wir das noch? Gotteserfahrungen, die uns so bewegen, dass wir sie einander mitteilen müssen, weil wir das Gefühl haben, sonst innerlich zu zerspringen?


9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt!

Shalom! Das ist viel mehr als „Hi!“ oder „Guten Tag!“ oder „Hallo!“. Das ist Nähe Gottes. Das ist Leben. Das ist ein neues Sein, in einer nie mehr endenden Gemeinschaft.


Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.

Heiligkeit! Auch im Freudentaumel gestatten sich die Frauen nicht, und jetzt erst recht nicht, es an Respekt Jesus gegenüber fehlen zu lassen. Ihr Freund ist gleichzeitig ihr Herr, noch mehr als er es je vorher war. Nähe und Distanz, Niederfallen und Berührung, das steht im Neuen Testament problemlos nebeneinander. Die einseitige Sicht für Jesus als Freund, aber nicht als den Herrn, verdeckt das wertvolle Ganze.


10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort werden sie mich sehen.

Wie bei dem Engel, so gilt auch das erste Wort, das Jesus nach seiner Auferstehung spricht, dem Trost der Frauen: „Fürchtet euch nicht.“ Grund genug zum Fürchten ist da, denn in der Stadt herrscht eine unendlich explosive Stimmung. Wenn die Volksführer erst mitbekommen, was passiert ist, dann sind die Folgen kaum einzuschätzen.
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