Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 27 (13)

Verlassen - ein trauriger Abgang


In altbekannter weltmännischer Manier erteilt Pilatus sogleich wieder Befehle. Wie sehr musste gerade er sich wünschen, dass Jesus endlich aus seinem Leben verschwindet, auch sein Leichnam. Josef ahnt das wohl und nützt diese Gelegenheit geschickt aus. Grabwache halten die Frauen. Auch im Tod dienen sie Jesus, dessen Wort nachklingt: „Wer unter euch der größte sein will, der sei aller Diener“ (Mt. 10,43).


62 Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. 64 Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. 65 Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. 66 Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.

Auch nach der Kreuzigung zeigt sich die ganze Boshaftigkeit der Priester-Clique. Dumm sind sie nicht. Sie wissen, dass die Ankündigung der Auferstehung unaufhaltsam in Erfüllung gehen muss, weil alles bisher exakt nach den Ankündigungen Jesu eintrat. Darum brauchen sie auch in Wirklichkeit keine Wachen, um das Grab vor den Jüngern zu sichern, sondern um vor Ort zu sein und alles, was passiert, rechtzeitig kaschieren, interpretieren und dementieren zu können. Der Vater der Lüge macht keine halben Sachen und seine Bediensteten auch nicht.

Pilatus wünscht sich sicherlich nur noch eines, dass das Grab geschlossen bleibt. Er würde es wohl auch zubetoniert haben, wenn er diese Möglichkeit damals bereits gehabt hätte.



ENDE Matthäus, Kapitel 27
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