Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 26 (9)
Bis zur bitteren Neige
26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. 27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.
Noch einmal bricht Jesus das Brot, wie er es so oft getan hatte. Wie viele Menschen wurden dadurch satt. Diesmal erreicht dieses Brotbrechen eine andere Dimension. Jesus teilt sich selbst aus, für alle Welt! So wird Brot und Wein zur Vergewisserung der Erlösung, die durch Jesus ein für alle Mal geschehen ist. Dieses Ereignis der Erlösung kommt jedem, der Jesus folgt, in jeder Abendmahlsfeier fühlbar nahe.
29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.
Nur noch wenige Stunden trennen Jesus von seinem Tod. Leben, Tod, Ewigkeit und jüngstes Gericht, Freude und Leid, Herrlichkeit und Erschrecken liegen in diesem Vers so nahe beieinander. Wir ahnen, wie wenig uns Lebende von der Welt der Toten und der Welt Gottes trennt.
30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Auch in dieser schweren Stunde verstummt der Lobgesang nicht. Das Singen ist ein unendlich wichtiger Bestandteil des Glaubenslebens. Darauf weisen die vielen Lieder in der Heiligen Schrift hin, vom Lobgesang des Mose angefangen bis zum Lied der Überwinder in der Offenbarung. Im Singen der Christen wird Freude und Leid, Angst und Zuversicht, Triumph und Niederlage verarbeitet. Wir sollten dem Singen reichlich Raum geben in der Gemeinde und zwar durch alte und neue Lieder des Glaubens.
31 Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7): »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.« 32 Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.
Jesus bleibt für die Menschen in vielerlei Hinsicht ein Rätsel. Wir erinnern uns, dass Paulus im 1. Korintherbrief davon schreibt, dass Jesus für die Juden ein Ärgernis ist, aber ist er es nicht manchmal auch für seine Jünger, wie er es selbst hier ausgesagt hat, und damit auch für uns?
Mit diesem Satz verhilft Jesus uns zur Ehrlichkeit. Ja, Jesus kann für seine Nachfolger auch zu einer Herausforderung, zu einem ordentlichen Reibungswiderstand und zu einer Zumutung werden.
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