Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 25 (9)

So viel Talent - So wenig erreicht


25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.

Weil ihm die Sache mit der Bereitschaft so wichtig ist, holt Jesus zu einem zweiten Gleichnis aus, das ebenfalls eine Menge wichtiger Informationen für unsere Nachfolge enthält; denn in diesem Gleichnis geht es wie bei den zehn Jungfrauen auch, nicht um die Menschheit im Allgemeinen, sondern um die Schar der Jünger Jesu im Besonderen.

1. Christ sein heißt, mit großem Vertrauen geadelt worden zu sein. Die höchste Position, die man nach dem Chef einnehmen kann, ist die des Stellvertreters. Christ sein heißt: „Du stehst hier an Jesu statt!“ Es gibt keine Nachfolge Christi nur für sich selbst, so ganz privat; sondern jeder Nachfolger ist Christi Stellvertreter, seine Stimme in dieser Welt.

2. Christ sein heißt: mit allem Nötigen ausgerüstet zu sein. Viele Christen quälen sich ein Leben lang mit dem herum, was sie nicht sind, was sie nicht können und was sie nicht haben. Ihr eigenes „Talent“, aber, nehmen sie kaum wahr. Aber jeder Mensch ist von Gott genau mit dem ausgestattet, was er zu einem Leben nach den Gedanken Gottes benötigt und zwar reichlich.

Es ist darum dringend erforderlich, eine intensive Nachforschung zu betreiben, was genau unser Talent ist. Wir sollten uns des hohen Wertes, der uns anvertraut wurde, bewusst werden, Gott dafür danken, den Minderwertigkeitsgefühlen einen Tritt verpassen und uns der eigentlich wichtigen Frage zuwenden: Wie können wir mit den uns anvertrauten Werten zur Ehre Gottes, im Bau seines Reiches wuchern? Wie viele Christen vertrödeln ihre Zeit und ihre Kraft damit, sich selbst zu bedauern, anstatt mit ihren Gaben Sinnvolles zu bewirken. Unser Text beschwört uns geradezu, diese Sache nicht dem Zufall zu überlassen. Jeder von uns kann etwas. Wie kann es für Gott eingesetzt werden? Das ist die entscheidende Frage. Antwort: kochen, backen, singen, laufen, sauber machen, zuhören, denken, rechnen, reparieren, malen, beten, ... . Wir haben Gesundheit, Familie, Geld, Kontakte, Ideen, Kraft oder Durchblick – was immer, lasst es uns um Gottes Willen einsetzen. Er hat ein Recht darauf.

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