Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 25 (4)

So viel Talent - So wenig erreicht


Es geht überhaupt nicht darum, jungen Menschen den Spaß zu verderben, wie dies heute oft dargestellt wird, sondern genau das Gegenteil stimmt: Gott geht es darum, jungen Menschen ein Optimum an Lust und Freude zu gewähren, was am besten in dem Schutzraum des gegenseitigen Vertrauens geschieht, das Menschen sich auch gegenüber der Außenwelt schenken. In dem Wort Trauung steckt genau dieser Gedanke: „Ich vertraue mich dir voll und ganz an!“ Was für eine wunderbare Symbolik, was für ein Wohlwollen Gottes steckt dahinter. Wohl jedem, der das begreift und mit dem Sex bis zur Ehe wartet.

Das Wort Jungfrau steht sodann für die Gemeinde des Alten und auch des Neuen Bundes. „Die Jungfrau Israel ist gefallen, dass sie nicht wieder aufstehen wird; sie ist zu Boden gestoßen, und niemand ist da, der ihr aufhelfe.“ (Amos 5,2); oder „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte“ (2. Kor. 11,2). Hier geht es um die Unberührtheit im Blick auf andere Götter. Die Gemeinde gehört dem Herrn und keinem anderen. Sie ist seine erwählte Braut.

Die Lampen weisen darauf hin, dass die Gemeinde in einer finsteren Umgebung unterwegs ist, die besondere Beleuchtung und Erleuchtung erfordert. Ihr Ziel ist klar: dem Bräutigam entgegen! Es ist eine der stärksten Ausdrucksformen von Liebe und Wertschätzung, wenn man erwartet wird. Wie habe ich es in meinem Leben genossen, wenn ich nach Hause kam und erwartet wurde, egal, wie spät es war. Die Erwartung der Wiederkunft Jesu ist nicht nur klug, sondern sie ist auch ein Ausdruck der Liebe zu ihm.


2 Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Was ist eigentlich Torheit? Sie ist nicht der Dummheit gleich zu setzen. Es gibt sehr kluge Menschen, die dennoch töricht sind. Torheit ist es in der Bibel beispielsweise, (Spr. 18,23) wenn man antwortet, ohne zu Ende gehört zu haben. Torheit ist es, sich auf menschliche Führer mehr zu verlassen, als auf Gott (Ps. 146,3). Torheit ist es überhaupt, Gott zu leugnen (Ps. 52,2).

Torheit lauert in jedem Menschen. Und ein wenig Torheit wiegt manchmal schwerer als sehr viel Weisheit. Wer wüsste nicht davon zu berichten, welche negativen Auswirkungen eine begangene Torheit im Leben nach sich ziehen kann. Es ist allerdings in der Bibel auch von einer Torheit die Rede, die für den Menschen geradezu heilsam ist (1. Kor. 1,25). Für die Griechen erscheint es töricht, an einen gekreuzigten Gott zu glauben. Darum findet man aus der Zeit des frühen Christentums Bilder, die einen Gekreuzigten mit einem Eselskopf zeigen. Sie dienten dazu, Christen wegen ihrer vermeintlichen Torheit zu verspotten.
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