Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 25 (3)

So viel Talent - So wenig erreicht


45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.


Jesus ist mit seiner Endzeitrede noch nicht fertig. Zwei ganze Kapitel werden dem Thema gewidmet, danach beginnt der Todeskampf für ihn. Diese beiden Kapitel kommen also einem Vermächtnis gleich, dem höchste Aufmerksamkeit gebührt. Das Kapitel 24 endet mit dem Aufruf zur Wachsamkeit, zur Bereitschaft als Lebensstil. Es wird Kontinuität und Nachhaltigkeit gefordert. Im Kapitel 25 geht es um den innovativen Part. Kontinuität und Treue alleine genügen nicht, wenn sie nicht von Umsicht und Klugheit begleitet werden.

1 Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen.

Es begegnet uns die Zahl Zehn, die in der Bibel immer in sehr interessanten Zusammenhängen erscheint. Es gibt zehn Gebote, die beachtet werden sollen. Es sind zehn Stämme, die in die assyrische Gefangenschaft weggeführt werden und nicht mehr wieder auftauchen, weil sie dem Gebot Gottes gegenüber unachtsam waren. Es sind zehn Plagen, die über die Ägypter verhängt werden, weil der Pharao Gott nicht gehorchen und das Volk Israel in die Freiheit ziehen lassen will. Zehn heidnische Städte gibt es im israelischen Staatsgebiet, die als Fremdkörper erscheinen und Israel immer wieder in Bedrängnis bringen, weil Israel bei der Landeinnahme unachtsam war. Die Zahl Zehn spielt beim Bau der Stiftshütte und des Tempels als Mengen- und Maßeinheit eine besondere Rolle, was bedeutet, dass bei der Herrichtung der „Wohnung Gottes bei den Menschen“ besondere Umsicht erforderlich ist. Zehn Könige, Kronen, Köpfe und Hörner spielen in der Offenbarung bei der Machtübernahme des Antichristen noch einmal eine Rolle und gebieten der Gemeinde der Endzeit in besonderer Weise wachsam zu sein. So steht die Zahl zehn für solche Zusammenhänge und Bereiche in der Heiligen Schrift, bei denen besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten ist. Man könnte die Zahl Zehn in der Bibel mit einem Schild vergleichen, auf dem deutlich „Achtung!“ geschrieben steht. Auch in der Geschichte der zehn Jungfrauen leuchtet diese Warnung mit aller Deutlichkeit auf.

Das Wort Jungfrau steht zunächst für eine unberührte Frau, also eine Frau, die bisher keine sexuelle Beziehung zu einem Mann hatte. Das war in biblischen Zeiten ein hohes Gut, weil es Gottes gute Absicht mit der Ehe unterstrich. Zwei Menschen, die zueinander gehören, einander lieben, sollen auch, ohne vorheriges „Probieren“ das Geheimnis körperlicher Gemeinschaft miteinander entdecken. Das ist wohlwollende Fürsorge pur.

[ vorherige Seite ]   [ nächste Seite ]   [ Inhaltsverzeichnis ]