Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 25 (10)

So viel Talent - So wenig erreicht


29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

Es ist eine Verschwendung, über Fertigkeiten zu verfügen, die nie richtig zum Zuge kommen, weil wir sie vertrödeln. Es wird schmerzhaft peinlich sein, wenn uns Gott für die vergeudeten Chancen zur Rechenschaft zieht.


31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.

Nach dem ernsten Appell, den Jesus in den Gleichnissen von den zehn Jungfrauen und den Talenten an seine Jünger richtete, geht es in der Botschaft vom Weltgericht noch einmal um alles. Bemerkenswert ist es, dass Matthäus von einer Aufstellung nach Volkszugehörigkeit berichtet. Offensichtlich wird das Verhalten eines Menschen als Individuum einerseits und als Teil einer Volksgemeinschaft andererseits in das Maß der göttlichen Beurteilung mit einfließen. Das weist jeden Einzelnen sehr klar auf seine staatsbürgerliche Verantwortung hin. Christen können sich da nicht heraus halten. Sie sind aufgefordert, öffentliche Verantwortung zu übernehmen. Folgende Bibelstellen helfen uns, diese Verantwortung klarer zu sehen:

„Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl." (Jer. 29,7)
„Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten…“ (1. Petr 2,13)
„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit“ (1. Tim. 2,1-2)
„Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat... Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg. 5, 27+29)

An dieser Stelle hinken wir als Christen und Gemeinden in der Regel meilenweit hinterher. Auch das hat etwas mit Bequemlichkeit und mangelnder Nutzung der eigenen Talente zu tun. Was ist diesbezüglich von uns gefordert, wie wird staatsbürgerliche Verantwortung praktisch?

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