Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 24 (9)

Weltuntergang - Nur Sektengeschwätz?


15 Wenn ihr nun sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Daniel 9,27; 11,31) - wer das liest, der merke auf! -, 16 alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist;

Jesus sagt nicht genau, welcher Art die Verwüstung an heiliger Stätte sein wird. Offensichtlich spricht er von Jerusalem und hier wahrscheinlich vom Tempel. Dieser wurde 66 nach Christus zerstört. Nun gibt es Anmerkungen in der Bibel, die die Auffassung nahe legen, (Dan. 11; 2. Thess. 4), dass es zu einem Wiederaufbau des jüdischen Tempels kommen könnte, in dem dann besonders gotteslästerliche und antichristliche Dinge geschehen.

Was aber, wenn Jesus nicht auf ein Gebäude, sondern auf den lebendigen Tempel Gottes abhebt: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt“ (1. Kor 3,16)? Dann würde „Gräuel der Verwüstung“ sich auf das Erscheinungsbild seiner Gemeinde beziehen. Dann ergäbe sich auch ein völlig anderes Bild von den Ereignissen der Endzeit. Dann würde Verwüstung einen Zustand der inneren Zerrüttung der Kirche ansprechen.

Einen Katalog der Zerrüttung von gesellschaftlichen Verhältnissen hat Paulus uns in Römer 1 und in 2. Tim. 3 gegeben. Es ist sicher nicht verkehrt, diese Kataloge einmal auf das Erscheinungsbild der Kirche Christi hin abzuklopfen:

„Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so dass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, so dass sie tun, was nicht recht ist, voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig" (Röm.1, 24-31).

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