Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 24 (5)

Weltuntergang - Nur Sektengeschwätz?


4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen.

Interessanterweise geht Jesus auf diese Frage zunächst nicht ein, sondern schneidet ein ganz anderes Thema an, nämlich die Frage nach der Verführung. Sie ist die größte Gefahr für die Jünger überhaupt. Ich habe es noch gut im Ohr, als in den 1970er Jahren sich die Grenzen für die Russlanddeutschen langsam zur Ausreise nach Deutschland öffneten, wie einer der leitenden Brüder unter den dortigen Christen sinngemäß sagte: „Die Verfolgung, die wir hinter uns haben, ist nicht halb so gefährlich, wie die Verführung, die vor uns steht.“ Wie sehr hat sich das bei den Kindern der weitgehend tief gläubigen Russlanddeutschen bewahrheitet, die in Scharen in Drogen, Kriminalität und Prostitution versunken sind.

Die Verführung der Endzeit wird noch gefährlicher sein, weil sie im Namen Jesu daher kommen wird. Mit Bibelworten kaschiert werden sich Menschen auf Jesus berufen und schließlich sich selbst messianische Vollmacht anmaßen. Darum werden die Jünger in diesem Kapitel sehr intensiv über das Thema endzeitliche Verführung aufgeklärt und wir haben allen Grund dazu, mit wachen Sinnen zu erfassen, was alles zur endzeitlichen Verführung gehört.


6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.

Obwohl an allen Enden der Welt massiv an einem alles umspannenden Weltfrieden gearbeitet wird, kommt er bis jetzt nicht zustande. Und wenn er zustande kommen sollte, wird er ein trügerischer Friede sein, der zwar die Menschen versklaven und auf eine einheitliche Linie trimmen, am Ende aber nicht halten wird, was er verspricht.

Nicht, dass Jünger Jesu Kriegstreiber sein sollten, aber sie müssen nüchtern bleiben: dass es sündigen Menschen auf einer gefallenen, von Satan verseuchten und beherrschten Welt gelingen könnte, weltweiten, echten Frieden herzustellen und zu halten, ist eine Utopie. Der sollen sich die Kinder Gottes auf keinen Fall verschreiben. Wir sind dankbar für jedes Jahr Frieden, das jedes Land auf Erden erleben darf; aber zu hoffen, dass der Friede umfassend und haltbar sein könnte, ist blauäugige Träumerei. Am Frieden mitwirken? Ja! „Was an euch liegt, haltet Frieden mit jedermann!“ (Röm. 12,18). Darauf die Hoffnung setzen? Nein! Wie viele Christen sind durch eine ideologisierte Friedensbewegung bereits von der Wahrheit abgerückt?


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