Bibelmarathon - Mathäus Kapitel 24 (3)
Weltuntergang - Nur Sektengeschwätz?
50 dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, 51 und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil geben bei den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
1 Und Jesus ging aus dem Tempel fort, und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels.
Jesus hat eine vernichtende Ansprache gehalten. Für die Führenden des Volkes ein fürchterlicher Verriss und eine schallende Ohrfeige. Aber auch für das Volk, für die Jünger, für uns, die wir uns heute mit diesem Evangelium beschäftigen, enthält die Rede eine sehr sehr ernste Warnung.
„Gewogen und zu leicht befunden! Setzen, sechs! Thema verfehlt. Ziel nicht erreicht.“ All diese Überschriften könnte man über das Kapitel 23 schreiben. In der griechischen Sprache, in der das NT geschrieben wurde, steht das Wort „Ziel verfehlt“ für das, was wir im Deutschen mit „Sünde“ übersetzen. Es gab eine eindeutige, klare Chance, das Leben an Gottes Hand sinnvoll zu führen. Diese Chance wurde vertan, von so vielen.
Man spürt förmlich, wie Jesus hinaus ins Freie tritt, während die Menschen noch sprachlos und starr vor Schrecken sind. Selbst die Jünger sind noch wie elektrisiert. Jetzt hatte Jesus der ganzen Welt den Kampf angesagt. Fassungslos gehen sie mit ihm nach draußen, schauen an den gigantischen Mauern des Tempels empor. Allein dieses Gebäude, ja jeder einzelne Quader, aus dem es errichtet ist, wirkt so mächtig. Und dann dort drüben, der Palast des Herodes, die Residenz des kaiserlichen Statthalters, einer Trutzburg gleich, das Hauptquartier des Hohenpriesters „Jesus, siehst du nicht die enorme Übermacht, die du herausgefordert hast? Von der gigantischen Macht des Kaisers in Rom erst gar nicht zu sprechen“. Unausgesprochen stehen diese Sätze den Jüngern ins Gesicht geschrieben.
2 Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.
Jesus sieht die Welt, aber er sieht sie mit anderen Augen. Er weiß, wie zerbrechlich alle menschliche Macht letztendlich ist. Gleichwie gigantisch sie ihre Macht in Gebäuden auch darstellen, am Ende bleibt nur Schutt. Wir hatten uns bereits an das Wort des Predigers Salomon erinnert: „Es ist nichts Neues unter der Sonne!“ - alles schon da gewesen. Ägypter, Assyrer, Perser, Hethiter, Griechen, Römer, Mongolen, Azteken, Inkas, Goten, Franken, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Le Grand Nation, British Empire, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Kaiserreich Japan, das Dritte - das tausendjährige - Reich, sie sind alle Vergangenheit.
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